
Die franco-schweizerische Künstlerin Chloé Lechat arbeitet an der Schnittstelle von Schreiben, Regie und künstlerischer Konzeption innerhalb kultureller Institutionen. Ihre Praxis ist im Bereich der darstellenden Künste verankert, mit besonderem Fokus auf gesellschaftliche Dynamiken und zeitgenössische Fragestellungen, die durch szenische Formen verhandelt werden.
Nach einer Ausbildung im Klavier am Konservatorium von Rouen sowie Gesangsstudien absolvierte sie ihr Diplom im Bereich Regie – Veranstaltungstechnik an der École supérieure d’art dramatique des Théâtre national de Strasbourg.
Ihr Schreiben für die Oper wurde 2019 anerkannt, als ihr Librettoprojekt Les Sentinelles von Beaumarchais-SACD, La Chartreuse-CNES und dem französischen Kulturministerium gefördert wurde. Zwei Jahre später war sie Preisträgerin der Schreibkommission der Cité Internationale des Arts.
Als Regisseurin inszenierte sie La Traviata an der Opéra de Limoges sowie an der Opéra Grand Avignon, wo sie im Rahmen ihrer künstlerischen Residenz auch Les Folies amoureuses auf die Bühne brachte. Diese Produktionen setzen ihre Auseinandersetzung mit Machtstrukturen und gesellschaftlichen Dynamiken in dramatischen Werken fort.
In der Saison 2023–2024 arbeitete sie mit dem Orchestre de chambre de Paris an der Cité de la musique an einem Projekt über die Komponistin Germaine Tailleferre. Im Herbst 2024 inszenierte sie ihr eigenes Opernlibretto Les Sentinelles (Musik: Clara Olivares) an der Opéra de Bordeaux, der Opéra de Limoges und an der Opéra Comique in Paris. Anschließend wird sie Das Lied von der Erde von Gustav Mahler an der Opéra Grand Avignon inszenieren, in Koproduktion mit der Opéra national du Rhin – Straßburg.
Sie vertiefte ihre Praxis durch die Teilnahme an der Masterclass Opéra en création der Akademie des Festival International d’Art Lyrique d’Aix-en-Provence unter der Leitung von Pascal Dusapin, am Workshop ENOA Opera & Writing der Dutch National Opera & Ballet in Amsterdam sowie 2025 am Workshop Women Opera Makers unter der Leitung der Regisseurin Katie Mitchell.
Parallel zu ihrer szenischen Arbeit erweitert sie ihr Tätigkeitsfeld um die kreativen Anwendungen digitaler Werkzeuge und künstlicher Intelligenz, mit einer langfristigen Perspektive auf künstlerische und institutionelle Entwicklung.